Die Nacht von Lissabon

Ich spreche mit dem Schauspieler Silvester von Hösslin über die Aufführung von Erich Maria Remarques Die Nacht von Lissabon: die Vorbereitung, die zentralen Motive dieses Romans, seine Relevanz für heute und Silvester von Hösslins Interpretation der Hauptfigur Josef Schwarz. Foto: Karl-Bernd Karwasz

Der rote Faden. Ein Gespräch mit Barbara Kantel

Die Theaterwissenschaftlerin, Anglistin, Historikerin und ausgebildete Tanz- und Theaterpädagogin Barbara Kantel leitet seit zwei Jahren das Junge Schauspiel. Am vergangenen Freitag trafen Lukas L. Krüger und Inke Johannsen sie auf eine Tasse Harmonie-Tee, um über Vermittlungsarbeit für (junges) Publikum, Zugänge zum Theater und partizipative Projekte zu schnacken. Sie sind Mitgründerin des Jungen Schauspiels, würden Sie …

Sex + Drugs + Punkrock = Lust for Life

Kokain, Heroin, Sex, Nazis, Bier, Wurst, Polizisten, Penner, Junkies, Krisen, Liebe, Lärm, Techno, Punk, Rausch, Kater, Blockaden, die Mauer, Freiheit – Mit dem Backstein auf dem Gaspedal rauscht das neue Stück von Sascha Hawemann durch die Berliner Jahre der beiden gleichsam kongenialen wie unterschiedlichen Musiker Iggy Pop und David Bowie. Pop, der Passenger, vierfach dargestellt …

Die Edda. Elemente

Die mit dem FAUST Theaterpreis ausgezeichnete Inszenierung Die Edda von Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason besticht durch atmosphärische Szenografie und große Bilderwelten (Bühnenbild: Wolfgang Menardi). Die bereits zu Beginn vollständig vernebelte Bühne lässt zunächst keinen Blick auf das innenliegende Bühnenbild zu. Ab und an lassen sich Schatten erkennen, sie lassen Raum zum Imaginieren. Als sich …

U-Bahn-Roulette mit Kleist

In einem anonymen Wohnzimmer stehen zwischen Gläsern mit Rotweinresten, überquellenden Aschenbechern und einem Durcheinander aus Polaroids zwei Schlangenlederstiefel. In diesen Stiefeln stecken Nina Wolfs Beine, sie ist empört. Nina: Alles ist besser in 1976! Inke: Ich bin nicht überzeugt. Sie durchwühlt die Polaroids und beschriftet sie mit catchy Songlyrics. Du fühlst die ganze Angelegenheit ein kleines bisschen zu sehr. Nina: LA-LA-LA-LA-LALALA-LA! …

zurück von der Zeitreise

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut!“ Hannovers Innenstadt ist voll von Demonstrant*innen, die friedlich gegen das geplante Polizei- und Ordnungsgesetz protestieren. Während ich von der Sambagruppe des Demozugs weg in Richtung Schauspielhaus tanze, hallen die Worte nach. Was für ein universaler Protestruf. Einfach zu merken und reimt sich: Wir …

I am a passenger – and I ride and I ride – I ride through the city’s backside

Als ich mich dafür entschied, mir Iggy – Lust for Life auf der Bühne anzusehen, dachte ich vor allem daran, dass ich als Kind der 1990er Jahre schon immer einen Faible für die Musik der 70er und 80er Jahre gehabt hatte. Anders als beispielsweise meinen Eltern merke ich allerdings auch oft, dass mir das Hintergrundwissen …

doch der morgen kam nie

Am 27. November las Johanna Wokalek in musikalischer Begleitung des Pianisten Jacques Ammon den 1934 veröffentlichten Briefroman Fast ganz die Deine im Schauspielhaus. Der Roman umfasst einen Lösungsprozess der Autorin Marcelle Sauvageot, die mittels eines Briefes von ihrem Geliebten verlassen wurde - um eine andere Frau zu heiraten. Marcelle Sauvageot, geplagt von Krankheit, bleibt sich diesen …

Auf einen Talk mit Maximilian Grünewald

Nach der Premiere von Endland habe ich Maximilian Grünewald zu einer Rangelei im Herbstlaub eingeladen. Dabei bin ich zwar nicht hinter sein Beautygeheimnis gekommen, aber ich habe neben einigen Funfacts Wissenswertes über seine Rolle als Noah erfahren. Welcher ist dein Lieblingsdinosaurier? Stegosaurus. Was ist dein Lieblingsgemüse? Krasserweise mittlerweile Rote Beete, obwohl ich sie früher gehasst …

Mein kleiner, widerlicher, innerer Voyeur ist befriedigt

Nach Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos haben sich Inke Johannsen und Nina Wolf getroffen, um über Glitzer, Fäkalsprache und grotesques zu sprechen, um den Versuch zu wagen, etwas mehr vom schwab'schen Spirit in ihren Alltag zu lassen und um herauszufinden, wie man Menschen am Schönsten degradiert. Ob ihnen das gelingt und ob sie dank Werner Schwab …