„Wir planen nicht, Steine auf das Publikum zu werfen“

Der Ausverkauf geht weiter! – selbstironisch betitelt das junge Team um Regisseurin Ulrike Günther das Rechercheprojekt zu den Chaostagen in Hannover. Dass das Thema noch immer polarisiert, obwohl es über 20 Jahre her ist, dass die  Hannoveraner Nordstadt das letzte Mal Schauplatz größerer Straßenschlachten zwischen Punks und Polizei wurde, zeigte am 8. November die Werkschau …

Mit 6 Jahren um die Welt

Eine Rezension - zusammengefügt aus Wortschnipseln der kleinen Gäste. Heute war ich mit meinem Papa bei der Premiere von In 80 Tagen um die Welt. Ich habe extra meinen schönsten Pullover angezogen, weil Papa gesagt hat, dass Theater etwas ganz Besonderes ist. Die Musiker haben ganz am Anfang Musik gemacht, wie bei so einem Film, den …

Über den Zauber des Reisens

Das Schauspiel Hannover hat mit In 80 Tagen um die Welt einen Jules-Verne-Klassiker als Familienstück auf die Bühne gebracht. In Zeiten von schnellen ICE-Verbindungen und Billigflügen in alle Welt wirkt der Rekordversuch des englischen Gentlemans Phileas Fogg von einer Weltumrundung in 80 Tagen ziemlich anachronistisch. Dennoch gelingt es der Inszenierung (Regie: Tilo Nest) die Faszination, …

Peniswitze! Der Anklatscher Schweigt.

(Ja, Geduld, die Peniswitze kommen, am Ende. Entweder Sie warten oder sie klicken auf das Video und Spulen vor bis zu Minute 36.) https://www.youtube.com/watch?v=61Q0yl97BoM AHA! Schau an, dieser Blog hat tatsächlich Leser, denn – der Knopf war auf!! Aus dem Augenwinkel habe ich mitbekommen, wie kurz vor Showbeginn die Öffentlichkeitskoordinatorin mit einem bösen Seitenblick auf …

Die Geschichte von Samer und Hartmut

Die Zuschauer*innen sitzen auf zur Mitte gerichteten Publikumstribünen, die an eine Stadionsituation erinnern. In der Mitte eröffnet Hartmut/Samer El Kurdi sein Spielfeld. Auf Arabisch. Obwohl er die Sprache gar nicht spricht, erklärt er schnell und wechselt dann direkt in seine Muttersprache: Deutsch. Deutschland als die erste Base. Aus einem kleinen Dorf in Hessen entflieht seine …

Die Berechtigung des Quengelnden

Vor einigen Wochen, als mir die Aussicht eröffnet wird, als Schreiberling für den Blog des Schauspiel Hannover Rezensionen abliefern zu dürfen, setze ich mein für mich typisches charmant-pseudobescheidenes Lächeln auf und schüttele den Kopf. “Ich glaube nicht, dass ich dafür eine Berechtigung habe.” Es stimmt wohl. Man sagt ja, der Kritiker ist ein gescheiterter Künstler, …

All das Schöne – Nr. 47: Ins Theater gehen

Das erste, was ich von der Aufführung zu sehen bekomme, bin ich selbst. Zusammen mit den anderen Besucher*innen schaue ich in einen sehr großen, leicht verzerrten Spiegel und warte auf den Anfang. Ein einzelner Mann betritt die Bühne und erzählt vom ersten Selbstmordversuch seiner depressiven Mutter als er gerade sieben Jahre alt war. Damals begann …

Unterhaltung in 10 Worten

logogryph – das beschreibt das Stück wahrscheinlich ganz gut. Ich sage wahrscheinlich, denn ich habe keine Ahnung, was das Wort bedeutet. Ich bin nicht mal sicher, ob man es so schreibt. übertrieben – sind viele Momente im Stück und ich unterstelle hierbei gelungene Absicht. Sei es, wenn Archie Witze erzählt – gefühlt war es mindestens …

Hool – die Inszenierung einer Bewegung und eines Gefühls

Eine Rezension von Emma Zich. In Hool, dem Sprechtheaterstück nach dem Roman von Philipp Winkler und inszeniert von Lars- Ole Walburg, geht es um Heiko, der sich mit seinen Freunden in der Hooligan Szene aufhält bzw. sie lebt. Die Abkürzung Hool steht für Hooligan. https://www.youtube.com/watch?v=z7MAbrPqh98 Bevor ich die Premiere am 23. September 2017 besuchte, überlegte ich mir, …