Was zum Teufel…?

Das neue Format Werkschau von und mit Johanna Bantzer lässt hinter die Kulissen blicken

In dem altehrwürdigen Treppenhaus der ehemaligen Cumberlandschen Galerie aus dem 19. Jahrhundert, das Elemente der Gotik, Romanik und des Barock in sich vereinigt – und das eigentlich eher wie ein „Lost Place“ aussieht – stehen jetzt grelle, orange-blaue Holzkästen. Sie wirken wie Fremdkörper – oder doch ästhetisch? Was soll das?

Fragen wie diesen widmet sich das neue Format Werkschau von und mit Johanna Bantzer. Die Gastgeberin möchte in der Reihe das Augenmerk auf die Menschen richten, die im Theater im Hintergrund arbeiten und dafür sorgen, dass alles rund läuft. Denn was sich im Theater auf der Bühne abspielt, ist nur die Spitze eines Eisberges. Das Endprodukt eines Prozesses, der genauso spannend ist, wie das Stück selbst. Unter der Oberfläche arbeiten Regisseur*innen, Dramaturg*innen, Bühnenbildner*innen, Maskenbildner*innen, Kostümbildner*innen, Techniker*innen, Hutmacher*innen, Intendanz, Öffentlichkeitsarbeit etc. Monate daran, ein Publikum für zwei Stunden zu fesseln.

Johanna Bantzer will dem Theatergänger die Möglichkeit geben zu fragen: Was zum Teufel habt ihr euch denn dabei gedacht? Die Reihe wird einmal im Monat veranstaltet, am Dienstag feierte das Format Premiere. Das Cumberland-Treppenhaus ist Veranstaltungsort, und zugleich auch Thema des ersten Abends: Denn es soll um „neue Räume“ und die Arbeit des Bühnenbildners gehen. Genauer: Um die seltsamen Holzkästen, die im Treppenhaus so deplatziert wirken.

Was zum Teufel haben sich der Bühnenbildner und der Regisseur der Theaterserie Eine Stadt will nach oben, die in Cumberland spielt, dabei gedacht?

Das erklären sie – Alexander Eisenach und Andreas Alexander Straßer – in einem Interview, das Johanna Bantzer im Vorfeld der Veranstaltung mit ihnen geführt hat. Die Holzkästen dienen als Bühnenbild für die zehn Folgen der Theaterserie Eine Stadt will nach oben. Die Farben orange und blau sind zum Beispiel aus den Fliesen des Treppenhauses aufgegriffen worden.

Andreas Alexander Straßer, der nach einem Architekturstudium ins Theater gewechselt ist, erklärt, dass das Tolle am Bühnenbildner sei, dass man sich nicht wie ein Architekt noch vier Jahre später für das verantworten müsse, was man da gemacht hat. Und das ermögliche ein kreative und auch sinnliche Arbeit.

Schade, dass das Interview nicht live geführt wurde und der Zuschauer so nicht die Möglichkeit hatte, am Gespräch teilzunehmen und nachzuhaken. Ansonsten eine tolle Idee, und wir dürfen gespannt sein, wie die nächsten Ausgaben zum Thema „Zuschaukunst“ im Oktober und im November zur Produktion Chaostage – Der Ausverkauf geht weiter! gestaltet werden!

Zeichnung: Andreas Alexander Straßer

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