Die Geschichte von Samer und Hartmut

Die Zuschauer*innen sitzen auf zur Mitte gerichteten Publikumstribünen, die an eine Stadionsituation erinnern. In der Mitte eröffnet Hartmut/Samer El Kurdi sein Spielfeld. Auf Arabisch. Obwohl er die Sprache gar nicht spricht, erklärt er schnell und wechselt dann direkt in seine Muttersprache: Deutsch. Deutschland als die erste Base. Aus einem kleinen Dorf in Hessen entflieht seine …

Die Berechtigung des Quengelnden

Vor einigen Wochen, als mir die Aussicht eröffnet wird, als Schreiberling für den Blog des Schauspiel Hannover Rezensionen abliefern zu dürfen, setze ich mein für mich typisches charmant-pseudobescheidenes Lächeln auf und schüttele den Kopf. “Ich glaube nicht, dass ich dafür eine Berechtigung habe.” Es stimmt wohl. Man sagt ja, der Kritiker ist ein gescheiterter Künstler, …

All das Schöne – Nr. 47: Ins Theater gehen

Das erste, was ich von der Aufführung zu sehen bekomme, bin ich selbst. Zusammen mit den anderen Besucher*innen schaue ich in einen sehr großen, leicht verzerrten Spiegel und warte auf den Anfang. Ein einzelner Mann betritt die Bühne und erzählt vom ersten Selbstmordversuch seiner depressiven Mutter als er gerade sieben Jahre alt war. Damals begann …

Unterhaltung in 10 Worten

logogryph – das beschreibt das Stück wahrscheinlich ganz gut. Ich sage wahrscheinlich, denn ich habe keine Ahnung, was das Wort bedeutet. Ich bin nicht mal sicher, ob man es so schreibt. übertrieben – sind viele Momente im Stück und ich unterstelle hierbei gelungene Absicht. Sei es, wenn Archie Witze erzählt – gefühlt war es mindestens …

Hool – die Inszenierung einer Bewegung und eines Gefühls

Eine Rezension von Emma Zich. In Hool, dem Sprechtheaterstück nach dem Roman von Philipp Winkler und inszeniert von Lars- Ole Walburg, geht es um Heiko, der sich mit seinen Freunden in der Hooligan Szene aufhält bzw. sie lebt. Die Abkürzung Hool steht für Hooligan. https://www.youtube.com/watch?v=z7MAbrPqh98 Bevor ich die Premiere am 23. September 2017 besuchte, überlegte ich mir, …

Alle tanzen mit dem Tod

Lucky von Felix Landerer & Company im Schauspiel Hannover Zu erstmal: Wir werden sterben. Die Männer ein bisschen früher, die Frauen ein bisschen später, im Durchschnitt mit 75 Jahren, an Herzversagen, Krebs, Lungenentzündung oder beim Fensterputzen, weil die Leiter umfällt. Um das „Irgendwann verrottet mein Körper unter der Erde und ich bin dann nichts“-Problem soweit …

Der Anklatscher Schweigt. locked and loaded!

Wenn mein Vater eines kann, dann sind das Liegestütze. Es schein auch egal zu sein, wie sehr das Alter die körperliche Konsistenz verfallen lässt (Papa ich hab dich lieb), die Grundmuskulatur für diese Übung ist anscheinend nicht tot zu kriegen. Diesen Umstand verdankt er dem Grundwehrdienst beim Bund, als in seiner Kaserne „der Liegestütz“ als Disziplinarmaßnahme …

Dear Diary #1 – 1917

Freitag 20:10 Uhr Im Moment kommt irgendwie alles zusammen: Bundestagswahl mit traurigen Ergebnissen für die AfD insbesondere in Ostdeutschland. Sonntag also die Jubiläumsausgabe von 1917 zu 100 Jahre Oktoberrevolution. Dann am Dienstag Tag der Deutschen Einheit und abends läuft auch noch „Good Bye, Lenin“ im Fernsehen… Ja Himmel, dann reden wir halt über den Sozialismus, …