Die Zukunft der Liebe – Interaktiv, Integrativ, Impulsiv

Wie sieht die Zukunft der Liebe aus?

Um diese Frage beantworten zu können, muss erstmal geklärt werden, was Liebe eigentlich ist und dass das nicht so einfach ist, wie es klingt, zeigt dieses Theaterstück. Im Laufe der letzten Monate wurden viele Menschen zu dem Thema interwievt und heraus kam ein buntes Sammelsurium an unterschiedlichsten Antworten. Das Stück greift diese Antworten auf und stellt sie vor: Die Teenager-Schwärmerei, die immer mehr von den sozialen Medien beeinflusst wird, die Liebe, die vor großen Entscheidungen steht, die Liebe im Alltag, die Liebe, die mal war… Dabei wird auf sehr lebensnahe Fragen eingegangen, aber auch auf Szenarien, die uns wohl erst in ein paar Jahren akut beschäftigen werden.

Die Zukunft der Liebe ist ein Rundumschlag der Gesellschaft. Nicht nur die Jugend wird mit der Frage konfrontiert, sondern Menschen jedes Alters und jeder Herkunft. Auch die Bühne ist toll anzusehen, nicht nur wegen des gelungenen Bühnenbildes, sondern vor allem wegen der Schauspieler*innen. Alles keine Profis, manche jung, manche sehr alt, manche im Rollstuhl, manche auf zwei Beinen, einige sind in Deutschland geboren, andere nicht – die Menschen auf der Bühne sind genauso vielfältig, wie das Thema, das sie repräsentieren. Leider bleibt während der Aufführung nicht genug Zeit, die einzelnen Szenen zu verarbeiten, denn diese springen viel zu schnell hin und her. Dass es keinen offensichtlichen Handlungsstrang gibt, erschwert ein intensives Reflektieren. Dieser Effekt bewirkt, dass schnelle Urteile gefällt werden: seh‘ ich auch so – das passt mir gar nicht – da würde ich gern nochmal drüber nachdenken. Die schnellen Szenenwechsel machen es nahezu unmöglich, vom Stück in den Bann gezogen zu werden und gerade wenn man begeistert einer Aussage zustimmen möchte, kommt bereits die nächste Szene, die einen wiederum zusammenfahren lässt, weil sie so unkritisch ist. Die Kritik an dieser Stelle ist jedoch zweigeteilt: Es kann argumentiert werden, dass genau diese Menge an Eindrücken und ihre Wirkung auf das Publikum gewollt waren, ob man das schätzt oder nicht, ist Ansichtssache.

Nicht außer Acht gelassen werden darf allerdings die Fragestellung an sich. Wie sieht die Zukunft der Liebe aus? Auch wenn nicht jede*r von uns tagtäglich darüber nachdenkt, so beschäftigt die Antwort auf diese Frage uns alle, ob direkt oder indirekt. Auch ich bin dankbar, dass mich das Stück und die Schauspieler*innen zum Nachdenken anregen und mich mit dieser Frage konfrontieren. Dennoch ist auch klar, dass es keine Antwort darauf geben kann, weil Liebe für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Beim Sehen einiger der Original-Videos merke ich, dass gerade die Gespräche mein Interesse nach mehr wecken. Nicht, um die Menschen zu sehen, die sich hinter den Aussagen verbergen, sondern weil jede Antwort anders ist und jede von ihnen zeigt, wie vielfältig die Menschheit ist. Die Zukunft der Liebe? Der Weg ist das Ziel!

Foto: Katrin Ribbe

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