Die Zukunft der Liebe – Ballhof Zwei mal ganz anders!

Hat die Liebe eine Zukunft und wenn ja, welche?

Mit dieser Frage und dem wieder reaktivierten Theatermobil reiste das Junge Schauspiel durch Hannover. Aus über 150 Interviews entstand unter der Leitung von Regisseurin Anne-Stine Peters ein außergewöhnliches Theaterstück.

In der Stadtrecherche wurden „alle, die etwas zu sagen haben“ zum Thema Liebe interviewt. Gibt es eine Zukunft der Liebe in unserer digitalen Welt? Brauchen wir das alles überhaupt noch in Zeiten, in denen die Fortpflanzung bald aus der Dose kommt? Während der Interviews wurden Darsteller rekrutiert, die nun auf der Bühne zu sehen sind und denen enormes Lob gebührt. Gerade durch die 16 Laienschauspieler*innen wirkte das Stück sehr authentisch und fesselte meine Freunde und mich für 1,5 Stunden und auch darüber hinaus. Wer Zweifel bezüglich der Darbietung der Thematik durch Laien hat, kann diese also beiseite räumen. Die Inszenierung durch Menschen, die sich in das Theatermobil „verirrten“, ist in meinen Augen genau der richtige Weg für das gelungene Großprojekt, an dem so viele mitwirkten.

Da die Liebe ein Thema ist, dass ja wirklich alle betrifft, fand sich auf der Bühne ein bunter Mix von verschiedenen Charakteren von jung bis alt.  In 17 verschiedenen Szenen stellten sie verschiedene Perspektiven und Gedankengänge über die Zukunft der Liebe dar. Von einem historischen Ritt durch die Geschichte der Liebe über TV-Klassiker wie Herzblatt bis hin zu Themen wie Freundschaft Plus und Tinder. Ein Infoflyer führt durch die 17 Szenen und thematischen Schwerpunkte, denn das Thema ist so vielschichtig, dass man darüber definitiv länger als einen Abend erzählen kann.

Die Szenen waren kurz, schafften es aber dennoch mich zu berühren und mir viele Denkanstöße mit nach Hause zu geben. Dass nicht nur ich im Bann des Stückes war, wurde mir deutlich, als während Szene Nr. 10 „Der Liebesbrief“, gespielt vom 88-jährigen Großvater der Regisseurin Peters, sich ein Pärchen neben mir fest die Hände reichte, da die Worte, die er in diesem Moment sprach, genau die richtigen waren.

Einig war man sich auch am Ende: Ja, die Liebe hat eine Zukunft. Der Mensch kann nicht ohne Liebe, nur werden wir anders durch Medien, Handys, und Plattformen geprägt und gehen deswegen anders mit ihr um. Die Welt verändert sich stetig, doch die Liebe wird es weiter geben.

Das Theaterstück und die herausragende Leistung der Schauspieler*innen lohnt auf jeden Fall einen Besuch und ist zugleich spannend für jeden: die, die Liebe suchen oder sie auch schon mehrfach erleben durften beziehungsweise gefunden haben.

Und abschließen möchte ich mit einem Satz, der mir in Erinnerung geblieben ist: „Die schönsten Geheimnisse entdeckt man auf Umwegen.“

Foto: Großvater und Schauspieler Jobst Tehnzen und an der Gitarre Henry Giering. © Katrin Ribbe

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