Acts of Goodness – Es gibt nichts Gutes, außer man tut es?

Was bedeutet Gutes tun? Dem Obdachlosen, der mir jeden Tag in meiner Straße begegnet, ein paar Euros oder ein Brötchen geben? Freund*innen beim Umzug helfen, obwohl ich gar keine Lust dazu habe? Oder eine Organisation gründen, die die Armut auf diesem Planeten bekämpfen will? Sind es viele kleine Taten, die mich zu einem guten Menschen machen oder muss ich größer denken?

Diesen Fragen widmet sich das Stück Acts of Goodness und beleuchtet dabei verschiedene Menschen und ihre Ideen vom Guten. Manche sind unsicher und wissen nicht, wie sie auf Leute zugehen sollen, die Hilfe brauchen. Sie geben ihnen ihr Vertrauen und bauen darauf, dass es nicht missbraucht wird, aber was wenn doch? Und was macht das mit einem Menschen? Andere helfen wiederum nur, um sich selbst zu bestätigen, ein guter Mensch zu sein und sind gerade dadurch blind und taub für die eigentlichen Bedürfnisse anderer. Auch wird darauf eingegangen, wie das Gute in Märchen dargestellt wird und was für Lektionen wir aus ihnen ziehen können. Wie sich hier nun schon ablesen lässt: das Gute wird aus allen möglichen Perspektiven in den Blick genommen, Geschichten werden miteinander verwoben und immer wieder aufgegriffen.

Die Idee gefällt mir, die einzelnen Geschichten sind sehr verschieden und behandeln doch das gleiche Thema und die persönliche Motivation der Menschen, Gutes zu tun. Leider fehlt ein bisschen der rote Faden, die Handlungen verlaufen ins Nirgendwo und am Ende bleibt die Frage nach dem Fazit. Die Kritik mag zunächst sehr hart klingen, dennoch lohnt es sich, das Stück einmal anzusehen, denn die Komplexität des Themas ist Segen und Fluch zugleich. Zum einen kann man sich der Frage nach dem Guten auf so vielfältige Weise annähern, dass es eine Herausforderung ist, Schwerpunkte zu setzen. Ebenso regt das Thema automatisch zum Nachdenken an, gerade weil es so komplex ist und in alle möglichen Richtungen weitergedacht werden kann. Grundsätzlich sollte man sich selbst immer wieder mit der Frage konfrontieren, wie man selbst Gutes tun kann und warum man es tut. Wem diesbezüglich ein kleiner Denkanstoß hilft, dem empfehle ich wärmstens einen Besuch von Acts of Goodness.

Foto: Katrin Ribbe

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