Lasset die Spiele beginnen

Der Eiserne Vorhang hebt sich das erste Mal für die aktuelle Spielzeit und gibt den Blick für den ausverkauften Saal auf die Zirkusmanege frei. „The best show on earth“ ist der zurückhaltende Titel dieser „legendären Hoffestgalashow“, die sich nicht nur im Vorverkauf, sondern auch am Tag der Veranstaltung äußerte. Die letzten 80 Karten wurden ab 15:00 Uhr verkauft. Seit 14:00 Uhr bildete sich eine Schlange bis in den Hof des Schauspielhauses und nach zehn Minuten war auch schon alles verkauft.

Katja Gaudard als dominante Zirkusdirektorin und ihr devoter Assistent, gespielt von Henning Hartmann, führten an diesem Samstagabend durch ein Programm voller Tempo und Vernetzung. Selten hat man das gesamte Ensemble des Schauspiels zeitgleich auf der Bühne, es wird dann bei der Verbeugung auch ein wenig eng, aber der Reihe nach.

Die aktuelle Spielzeit ist die zehnte und zugleich letzte Spielzeit mit Lars-Ole Walburg als Intendant des Schauspiels. Als erste Premiere ist auch der dritte Teil der Remarque-Trilogie mit Der schwarze Obelisk dabei. Meine Kollegin Lara Kühnle hat das Stück gesehen und erste Eindrücke gibt es hier im Blog.

Anstelle von Hamlet wird diese Spielzeit das Stück Macbeth von William Shakespeare Teil des Repertoires sein; wer nun trockenes Historientheater mit Versmaß erwartet, der muss und darf sich eines Besseren belehren lassen. Der Ausschnitt aus der Hoffestgalashow verspricht schon wie in Hamlet ein Stück mit vielen skurrilen Elementen und Verzerrungen. Wir dürften hier in hoffnungsvoller Erwartung auf die kommenden Premieren blicken.

Modern wird das Theater dieses Mal auch wieder durch Adaptionen für die ganze Familie von Das Sams oder Es war einmal … das Leben; Der seltsame Fall des Benjamin Button bringt Hollywood nach Hannover und Politik und Zeitgeschichte kommt unter anderem mit der Geschichte eines Massenmörders auf die Bühne, die die Taten des Anders Breivik ergründet.

Ich persönlich freue mich ganz besonders auf die Radikalkomödie Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos. Beatrice Frey als zynische Provinzhexe im tiefsten Österreich mit bitterbösen Kommentaren zu ihrem Sohn beim Kaffee kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine tolle Spielzeit 2018/19 mit vielen Erkenntnissen, netten Begegnungen und der ein oder anderen Party in Cumberland. Kommet in Scharen!

 

Foto: Katrin Ribbe (Szenenfoto aus Trutz, Premiere war am 08.09.)

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