Die Königin unter den Schreibblockaden

Ich, Bertolt…

Ich, Bertolt B…. 

Ich, Bertolt Br….

Fast eine Woche ist vergangen, seit ich die Premiere von „Die verlorene Oper. Ruhrepos“ ansehen durfte und seitdem stecke ich so tief wie nie in einer Schreibblockade.

 

Ein Stück, das mit Leseprobenatmosphäre beginnt, sich mit einer halbstündigen Selbstreferenz in Richtung „Unter Tage“ weiterbuddelt und im ewigen Kreislauf des Bühnenbilds endet.

Niemand versteht diesen Satz. Nochmal von vorn.

In diesem Stück prallen zwei Welten aufeinander, die verschiedener nicht sein könnten: Kohle und Theater.  Es ist jedoch nicht etwa so, dass da vier Schauspieler, zwei Schauspielerinnen, ein Sänger und ein Pianist versuchen, die Geschichte des Kohleabbaus darzustellen. Nein, sie stellen die Entstehung einer Oper über den Kohleabbau dar – die Entstehung einer Oper, die es nie gab.

Ey, das ist doch kein Deutsch.  Denk nochmal drüber nach.

„Wir wollten doch nicht immer ‚Hitler‘ sagen“, sprach Aljoscha Stadelmann und nahm damit nicht zum letzten Mal an diesem Abend das Theater auf die Schippe.

Auf die Schippe?? Komm schon, du musst nicht Brecht sein, aber wenigstens einen druckreifen ersten Satz solltest du doch wohl hinbekommen!

Donnerstagabend im Schauspielhaus. Man könnte meinen, man sei in eine Probe hineingeraten, aber nein: Wir sitzen mitten in der Premiere von „Die verlorene Oper. Ruhrepos“. In knapp drei Stunden werden wir Zeuge von der Entstehung einer neuen Oper und dem Abschied vom Kohleabbau.

Es geht einfach nicht. Ich gebs auf.

Wenn Albert Ostermeier seine Schreibblockade auf die Bühne bringt, darf ich meine ja wohl noch in den Blog bringen. Ein Hoch auf die Schreibblockade!

Foto: Katrin Ribbe

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