Aus dem Leben der Giraffe

Giraffe ist neun Jahre alt und zu groß für ihr Alter, weswegen sie von der Frau, die ihre Mutter war, diesen Spitznamen erhielt. Sie selbst glaubt jedoch, dass sie Giraffe genannt wird, weil sie etwas sonderbar sei. Zu groß, aus der Norm fallend, vielleicht sogar monströs. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Giraffe allein mit …

House of Many | shout out to kick off

Die Bewohner*innen des House of Many öffnen am Sonntag, den 17. März um 20 Uhr die Türen des Ballhof Cafés (Einlass ab 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei!) und laden zum Kick-Off ein. Dieser erste Abend wird der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die bis Dezember 2019 zweimal monatlich stattfinden wird. Hier werden Themen verhandelt, die die Bewohner*innen persönlich …

IN-OUT-SIDE

Die kollektive Autobiografie des Yalla-Ensembles spürt im Ballhof der Frage nach, was das Wort Heimat bedeutet und stößt dabei auf verbindende Lebenskonzepte. Gemeinsam wird ein Abend gestaltet, der intime Momente in ein kollektives Gedächtnis einwebt. Individuelle autobiografische Erlebnisse reihen sich an Gemeinsamkeiten. Wird in einem Augenblick noch eine Partie Backgammon allein gespielt, so wird der scheinbar …

„Es war einmal … das Leben“ – Ein körperlicher Erfahrungsbericht

Als ich am Samstagabend zur Premiere von Es war einmal ... das Leben fahre, weiß ich nicht, was mich erwartet. Ich habe schon mal von der gleichnamigen französischen Zeichentrickserie gehört und stelle mir einen Abend vor, der mich vielleicht in Anspielung auf die Serie zum Lachen bringen wird oder philosophische Fragen über das Leben – …

VER-FREM-DUNGS-E-FFEKT

Nach der Uraufführung im vergangenen Sommer bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen präsentieren Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson und das Ensemble bei der Premiere in Hannover das Ergebnis ihrer Suche nach Brechts Verlorener Oper. Ruhrepos, die die Geschichte des Kohleabbaus im Ruhrgebiet mit dem Entstehungsprozess einer Auftragsarbeit. Zwischen Textbüchern, verlorenen Zeilen und fehlenden Zugängen beginnt die Suche nach dem …

Die Königin unter den Schreibblockaden

Ich, Bertolt... Ich, Bertolt B....  Ich, Bertolt Br.... Fast eine Woche ist vergangen, seit ich die Premiere von „Die verlorene Oper. Ruhrepos" ansehen durfte und seitdem stecke ich so tief wie nie in einer Schreibblockade.   Ein Stück, das mit Leseprobenatmosphäre beginnt, sich mit einer halbstündigen Selbstreferenz in Richtung „Unter Tage“ weiterbuddelt und im ewigen …

Vom Erinnern und Ermächtigen

Deborah Feldman wuchs in einer orthodoxen chassidischen Gemeinde in New York auf. In ihrer 2012 erschienenen Autobiografie erzählt sie die Geschichte ihrer Selbstermächtigung. Seit dem 26. Januar ist die Romanadaption in der Regie von Swantje Möller in Cumberland zu erleben. Auf einem runden Podest, dessen Unterbau vollständig mit Büchern gefüllt ist, stapeln sich weiße Kartons. …

Ketchupblut und Blumenkohl

Macht. Arturo Ui hat sie endlich. Mit weit gespreizten Beinen sitzt er zurückgelehnt und zufrieden im tiefen Sessel. Auf der übergroßen Projektion, die sich über die gesamte hinteren Bühne erstreckt, zucken seine Mundwinkel triumphierend nach oben. Das düstere Schicksal Chicagos ist besiegelt. Bertolt Brecht schrieb das Stück Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui im Jahre …

Die Physiker – Interview mit Jonas Steglich

Ich spreche mit dem Schauspieler Jonas Steglich über die Aufführung von Friedrich Dürrenmatts Die Physiker, die Wahl und Gestaltung der Bühne, zentrale Motive wie Absurdität, die Grenze zwischen Wahnsinn und Gesundheit, die Verantwortung der Wissenschaft und schließlich Jonas Steglichs Umgang mit seiner Rolle als Herbert Georg Beutler (Newton), im Vergleich mit seinen Interpretationen der Figuren …

Die Nacht von Lissabon

Ich spreche mit dem Schauspieler Silvester von Hösslin über die Aufführung von Erich Maria Remarques Die Nacht von Lissabon: die Vorbereitung, die zentralen Motive dieses Romans, seine Relevanz für heute und Silvester von Hösslins Interpretation der Hauptfigur Josef Schwarz. Foto: Karl-Bernd Karwasz